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Die Metamorphose einer Stimme

Atardecer en una playa de Cádiz, mi ciudad natal.

KEIMZELLE DES WORTES

Meine Geschichte beginnt nicht mit einem veröffentlichten Buch, sondern mit einem kleinen Mädchen aus Cádiz, das zwischen handgezeichneten Buchdeckeln bereits versuchte, die Welt durch Geschichten zu entschlüsseln. Dieser narrative Drang zog mich nach Sevilla, wo ich mein Studium im Journalismus abschloss. Im Jahr 2001 führte mich mein Unternehmergeist dazu, meine eigene Firma zu gründen – eine Unternehmensberatung mit starker öffentlicher Präsenz und sorgfältiger Marketingarbeit, die ich mit weiteren Tätigkeiten in der Welt der Kunst und Kommunikation kombinierte. Über Jahre hinweg trug ich Verantwortung als Chefredakteurin in der Presse sowie als Nachrichteneditorin und Redakteurin für verschiedene Fernsehformate.

Premio obtenido en un certamen literario por mis relatos cortos.

Dennoch war die Literatur stets mein „Wechselstrom“. Im Jahr 2003 erhielt mein Werk eine erste öffentliche Anerkennung: einen Förderpreis beim II. Lyrik- und Kurzgeschichtenwettbewerb der Städtischen Frauenstiftung (Cádiz) für die Sammlung 3 historias de mujer (3 Frauengeschichten). Diese Auszeichnung integrierte mich in die Ausstellung Frauen des 21. Jahrhunderts und hob mein Profil als Journalistin und Nachwuchsautorin hervor. Doch das Leben mit all seinen Anforderungen zwang mich dazu, die Feder in eine Schublade zu legen – mit dem Versprechen: „Ich werde schreiben, wenn ich in Rente gehe“.

DIE GEBURTSSTUNDE VON 
PAULA MARABOT

Die Pandemie von 2020 hielt die Welt an, doch in meinem Fall beschleunigte sie die Seele. Inmitten von Ungewissheit und Arbeitslosigkeit brach diese jahrelang angestaute «Welle der Kreativität» mit aller Macht hervor. Aus jenen Monaten der Isolation und Stille entstanden meine ersten beiden Romane, Soy grande (Ich bin groß) und Sonrisas invisibles (Unsichtbares Lächeln), zusammen mit einer Sammlung meines lyrischen Werks.

Es war die Geburtsstunde von Paula Marabot. Es war nicht bloß ein Pseudonym; es war eine notwendige Identität, um die Unternehmensberaterin und die Journalistin von der Frau zu trennen, die es endlich wagte, ihre Verletzlichkeit zu zeigen. Jene Erstausgabe, die heute als vergriffenes Sammlerstück Kultstatus genießt, war der erste Schritt auf einem Weg, von dem es kein Zurück mehr geben sollte.

Paula Marabot con mascarilla protectora, durante la pandemia.

IM GESPRÄCH

Ein Gespräch über den kreativen Prozess von Soy Grande bei Tele Puerto Real (2023). Ein Treffen, bei dem wir die Kernthemen dieses Werks kurz vor meiner Ankunft in Deutschland eingehend beleuchtet haben.

LOSLASSEN, UM ZU SEIN

Im Jahr 2023, nach Jahren des Kampfes als Selbstständige in einem Arbeitsmarkt, der den Wert weiblicher Erfahrung jenseits der 40 oft ignoriert, traf ich die radikalste Entscheidung meines Lebens: das Behältnis zu leeren, um die Essenz zu füllen.

Ich spendete meine Bücher, verschenkte meinen Besitz und zog mit nur einem kleinen Koffer und einer Sporttasche nach Deutschland. Es war keine Flucht, sondern die Suche nach Freiheit. Nach einer Zeit des Lernens und der Anpassung in Berlin fand ich meinen Platz in der Region Sachsen.

DIE GEGENWART:
REIFE UND GELASSENHEIT

Autógrafo de la autora Paula Marabot.
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Heute hat mir mein Leben in Deutschland als Spanischlehrerin das kostbarste Gut für eine Schriftstellerin geschenkt: Zeit. Aus der Ruhe meines jetzigen Zuhauses haben meine Geschichten an Tiefe und Perspektive gewonnen. Ich habe ehrgeizige Projekte wieder aufgenommen, wie einen im Mittelalter spielenden Roman, betrachtet aus einer viel reiferen und gelasseneren Perspektive.

Mein Werdegang ist der Beweis dafür, dass es nie zu spät ist, das Drehbuch des eigenen Lebens neu zu schreiben. Ich schreibe, weil ich gelebt habe, und ich schreibe jetzt, weil ich endlich gelernt habe, auf meine eigene Stimme zu hören.

cuento_sin_papeles_paula_marabot.png

Gemeinsam gegen das Grauen

Beiträge

Am 25. Oktober 2003 erlitt ein Boot voller Menschen aus Marokko Schiffbruch an den Riffen vor der Küste von Rota (Cádiz). Siebenunddreißig von ihnen ertranken, als sie das Ufer fast schon erreicht hatten.

Die Tragödie dieser illegalen Einwanderung veranlasste eine Gruppe von Schriftstellern, drei Jahre später Cuentos sin papeles (Erzählungen ohne Papiere) zu veröffentlichen – ein Gemeinschaftswerk, das das Drama dieser Menschen zeigt.

Das Buch wurde für wohltätige Zwecke herausgegeben; der Verkaufserlös ging vollständig an die Familien derer, die verzweifelt an unsere Tür klopften und als einzige Antwort den Tod fanden.

Mein Beitrag war eine meiner preisgekrönten Erzählungen, El hijo de las olas (Der Sohn der Wellen), die die Grausamkeit dieser Bootsüberfahrt schildert. Diese Geschichte wird Teil einer Sammlung von Kurzgeschichten sein, die ich in Kürze veröffentlichen werde.

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